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Wie ich meinen eigenen Weg gehe – auch wenn ich meinen Mann ins Ausland begleite

  • Autorenbild: Maria K
    Maria K
  • 7. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Zwischen alten Rollenbildern und moderner Realität

Es ist ein Satz, der schnell falsch verstanden wird: „Ich begleite meinen Mann ins Ausland.“ Für viele klingt das nach Aufgeben, nach Abhängigkeit, nach einem Leben im Schatten. Aber meine Realität ist eine andere. Vielleicht sogar das Gegenteil.

Shanghai hat mir deutlich gemacht, dass zwei Dinge gleichzeitig wahr sein können: dass ich ihn begleite – und trotzdem meinen eigenen Weg gehe. Nicht weil ich muss, sondern weil ich es will. Und weil unser Leben genau so funktioniert: miteinander, aber nicht ineinander aufgelöst.

In dieser Stadt, die nie stillsteht, habe ich gelernt, dass Rollen sich verändern dürfen, ohne dass man seine eigene Identität verliert.



Ein neues Umfeld zwingt zur Klarheit

Shanghai ist beeindruckend laut und gleichzeitig unerwartet präzise. Es gibt etwas an dieser Stadt, das dich zwingt, dich selbst genauer anzuschauen.

Wer bin ich, wenn niemand meine Routinen kennt? Wer bin ich, wenn niemand weiß, was ich früher gemacht habe?

Ich komme aus einem Leben, in dem ich geführt habe, organisiert, gesprochen, Workshops gehalten, Teams begleitet. Ein Leben, in dem ich Verantwortung selbstverständlich getragen habe.

Und plötzlich stehe ich in einer Stadt, in der mich niemand kennt – und merke, dass all das nicht verschwunden ist. Es ist einfach nur neu verpackt. Anders sichtbar. Weniger laut. Aber nicht weniger wert.


Den eigenen Anspruch neu definieren

Ich habe gemerkt, wie viel Druck eigentlich in uns steckt. Der Anspruch zu funktionieren. Der Anspruch, keinen Schritt zurück zu machen. Der Anspruch, immer weiter zu wachsen, egal unter welchen Umständen.

Aber ein Umzug ins Ausland verschiebt die Perspektive. Plötzlich merkt man: Nicht jeder Schritt, der von außen nach weniger aussieht, fühlt sich innen nach weniger an. Manchmal ist genau das der Schritt, der mehr Raum schafft.

Ich habe hier neu gelernt, was mich ausmacht – ohne Titeln, ohne Projekten, ohne dem äußeren Rahmen, der früher so viel definiert hat. Ein ungewohnt ehrlicher Moment, aber ein guter. Einer, der mir gezeigt hat: Ich wachse auch hier. Nur anders.


Ein Weg, der nicht laut sein muss

Viele Frauen schreiben mir inzwischen, dass sie ähnliche Situationen erleben: Partner, die beruflich viel unterwegs sind. Familien, die in neue Länder ziehen. Neuanfänge, die gleichzeitig Chancen und Unsicherheiten mitbringen.

Ich kenne diese Mischung. Dieses ständige Abwägen zwischen „Was will ich?“ und „Was ist gut für uns?“.

Mein Weg ist nicht laut. Nicht dramatisch. Nicht voller extremer Wendungen. Er ist ruhig, klar und bewusst. Und ich habe verstanden, dass das genauso gültig ist wie jeder andere Lebensentwurf.

Shanghai hat mich stärker gemacht, nicht schwächer. Selbstständiger, nicht abhängiger. Sichtbarer – auf eine ruhigere, erwachsenere Art.

Eigene Ziele behalten – nur in einer neuen Form

Ich arbeite weiter an dem, was ich kann und was mir liegt. Ich baue mir hier eine Marke auf, ein Projekt, das zu mir passt und nicht zu irgendeiner Erwartung. Und genau deshalb funktioniert es: weil es aus mir heraus entsteht, nicht aus der Idee, irgendjemandem etwas beweisen zu müssen.

Ich begleite meinen Mann – ja. Aber ich gehe meinen Weg. Und diese beiden Dinge schließen sich nicht aus. Sie ergänzen sich.

Sie machen Platz für ein neues Kapitel, das ich so in Deutschland vielleicht nie begonnen hätte.


Shanghai hat uns hierhergebracht – meinen Weg gestalte ich selbst

Dieses Leben hier zeigt mir jeden Tag, dass moderne Partnerschaft nicht bedeutet, identisch zu sein. Es bedeutet, den anderen zu unterstützen, ohne sich selbst zu verlieren. Es bedeutet, frei zu bleiben, auch wenn man gemeinsam geht. Und es bedeutet, ein Umfeld zu wählen, das Wachstum ermöglicht – für beide.

Mein Weg in Shanghai ist mein eigener. Er hat nur einen anderen Startpunkt bekommen. Und genau das fühlt sich richtig an.





 
 
 

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Ich bin Maria Elisabeth – eine Deutsche in Shanghai, die ihren Alltag bewusst, modern und ohne Perfektionismus erzählt.
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