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Digitaler Check-in: Wie ich mir meinen Alltag hier in Shanghai eingerichtet habe

  • 6. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Als mein Mann im April 2025 das Angebot seiner Firma für eine Entsendung nach Shanghai erhielt, begann für uns als Familie eine Reise, die unser Leben grundlegend verändern sollte. Wir haben uns bewusst für dieses Abenteuer entschieden und das Angebot angenommen. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase leben wir nun seit August in dieser faszinierenden Megacity.


Heute, ein halbes Jahr nach unserer Landung, blicke ich auf eine steile Lernkurve zurück. Shanghai ist eine Stadt, die dich jeden Tag fordert, aber sie ist auch eine Stadt, die man „digital meistern“ muss. Wer hier ohne die richtige Vorbereitung landet, merkt schnell, dass selbst die kleinsten Erledigungen zu einer Herausforderung werden können. In diesem Beitrag teile ich meine Erfahrungen aus den ersten sechs Monaten und zeige dir, welche Apps für uns als Familie den Unterschied machen.

Die Entscheidung im April und das digitale Fundament

Zwischen unserer Zusage im April und dem Umzug im August lag viel Planung. Eines wurde mir jedoch schnell klar: In China ist das Smartphone nicht nur ein Accessoire, sondern die Fernbedienung für den gesamten Alltag. Doch bevor man die lokalen Dienste nutzen kann, muss man die „Great Firewall“ überwinden.

Da viele Dienste, die wir aus Europa kennen – wie WhatsApp, Instagram oder Google – blockiert sind, ist ein stabiler Zugang zum globalen Netz für mich als Begleiterin unverzichtbar. Ich möchte den Kontakt zur Familie und zu Freunden in der Heimat halten und mich gleichzeitig über alles Neue informieren können.


Meine Wahl: Astrill VPN

Wir haben verschiedene Anbieter getestet, aber Astrill VPN ist unser täglicher Begleiter geblieben. Er hat sich als der verlässlichste Partner erwiesen, um das „Fenster zur Welt“ offen zu halten.


Wichtiger Tipp: Installiere deinen VPN unbedingt noch vor der Abreise aus Deutschland. Sobald du in China bist, ist der Zugriff auf die Download-Seiten oft gesperrt, was den Start unnötig verkompliziert.


WeChat (Weixin) – Das Herzstück unserer Kommunikation

In Deutschland nutzen wir für alles eine andere App. In Shanghai ist WeChat einfach alles. Es ist weit mehr als ein Messenger; es ist das Betriebssystem des gesamten Lebens hier. Seit unserem Einzug im August ist meine Kontaktliste stetig gewachsen – von neuen Bekannten bis hin zu lokalen Dienstleistern.


Wie WeChat meinen Alltag strukturiert:


  • Direkte Kommunikation: E-Mails spielen hier kaum eine Rolle. Alles wird über WeChat-Nachrichten geregelt.

  • Gruppen-Kultur: Es gibt für absolut alles eine Gruppe. Die Nachbarschaftshilfe oder der Austausch mit anderen, die ebenfalls ihren Partner begleiten, waren mein wichtigster Anker, um schnell Anschluss zu finden.

  • Mini-Programme: Innerhalb von WeChat gibt es kleine Unter-Apps. Damit bestelle ich meinen Kaffee vor, buche Tickets oder scanne im Restaurant den QR-Code am Tisch, um direkt zu bestellen und zu bezahlen.

Bargeldlos durch die Megacity: Bezahlen mit Alipay

Ich kann mich kaum erinnern, wann ich hier das letzte Mal einen echten Geldschein in der Hand gehalten habe. Shanghai ist nahezu 100% bargeldlos. Dass ich hier als Partnerin meine Unabhängigkeit behalte und meine eigenen Erledigungen tätigen kann, war mir von Anfang an wichtig.


Die Unabhängigkeit durch Alipay

Lange Zeit war es für Ausländer schwierig, mobil zu bezahlen. Die gute Nachricht: Inzwischen kann man problemlos eine internationale Kreditkarte in Alipay hinterlegen. Das war für mich die größte Erleichterung seit August. Ob beim Wocheneinkauf für die Familie oder beim spontanen Bummel durch die Stadt – ein kurzer Scan genügt, und ich fühle mich im Alltag völlig autark.

Mobilität: Wie ich Shanghai erobere

Shanghai ist gewaltig. Die Dimensionen unterschätzt man am Anfang massiv. Um als Familie mobil zu bleiben, ohne jedes Mal in Sprachschwierigkeiten zu geraten, nutze ich zwei Apps täglich:


DiDi (Das chinesische Uber)

DiDi ist mein absoluter Lebensretter. Da die App komplett auf Englisch verfügbar ist, fällt der Stress der Sprachbarriere weg. Ich tippe mein Ziel ein, sehe vorab den festen Preis und weiß genau, wann mein Fahrer da ist. Besonders wenn ich allein unterwegs bin, gibt mir das ein enormes Sicherheitsgefühl.


Amap (Gaode Maps)

Vergiss Google Maps – die Daten sind hier oft ungenau. Amap ist die präziseste Karte für Shanghai. Auch wenn die Menüs auf Chinesisch sind, nutze ich sie zur visuellen Orientierung in der Metro. Die App zeigt mir genau an, welchen der oft unzähligen Ausgänge einer Station ich nehmen muss, um direkt vor meinem Ziel zu landen.

Pleco: Mein persönlicher Dolmetscher im Supermarkt

Die Sprachbarriere ist und bleibt eine Herausforderung. Auch nach sechs Monaten vor Ort reicht mein Chinesisch oft noch nicht aus, um jedes Etikett im Supermarkt zu entziffern.


Der Kamera-Scanner als Einkaufshilfe

Hier kommt Pleco ins Spiel. Wenn ich ratlos vor einem Regal stehe, scanne ich die Schriftzeichen mit der Kamera-Funktion der App. Es ist mein treuester Begleiter beim Einkaufen geworden und hat uns schon vor so manchem Fehlkauf bewahrt – etwa wenn man Salz statt Zucker erwischt.

Mein persönliches Resümee nach 6 Monaten

Die Entscheidung im April 2025 war der Startschuss für eine Reise, die uns als Familie zusammengeschweißt hat. Shanghai fordert einen heraus, aber die Stadt gibt einem auch unglaublich viel zurück. Wenn man die technische Hürde erst einmal genommen hat, eröffnet sich eine Welt voller Inspiration und neuer Wege. Ich genieße es, diese faszinierende Kultur Schritt für Schritt zu entdecken und meinen Mann auf diesem Weg zu begleiten.


Wie war dein Start in einem neuen Land? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit deinen Fragen – ich freue mich auf den Austausch mit dir!


 
 
 

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Ich bin Maria Elisabeth – eine Deutsche in Shanghai, die ihren Alltag bewusst, modern und ohne Perfektionismus erzählt.
Hier teile ich Gedanken und kleine Beobachtungen aus meinem Leben hier: ruhig, ehrlich und mit einem Sinn für Soft Luxury im echten Alltag.
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